Wunderwerk Atmungssystem: Wie funktioniert es?

Jeden Tag atmen wir rund 20.000 Mal ein und aus.i Eine unvorstellbare Zahl! Dabei nehmen wir allerdings nicht nur Sauerstoff auf: Bei jedem Atemzug können zahlreiche unsichtbare Fremdkörper, beispielsweise Viren oder Staub, in das Atmungssystem gelangen. Um diese Eindringlinge unschädlich zu machen, hat unser Körper einige effektive Selbstreinigungsmechanismen parat – einer davon ist der Husten.

Lebenselixier Sauerstoff: Funktion und Aufbau des Atemsystems

Zum Atmungssystem gehören alle Organe, die beim Ein- oder Ausatmen von Luft durchströmt werden. Fachleute unterscheiden hierbei zwischen den oberen und unteren Atemwegen:

  • Zu den oberen Atemwegen zählen die Nase, die Nasennebenhöhlen und der Rachenraum.
  • Der Kehlkopf bildet die Grenze und gehört selbst schon zu den unteren Atemwegen. Luftröhre, Bronchien und Lunge sind weitere wichtige Bestandteile.

Die wichtigste Aufgabe des Atmungssystems besteht darin, dem Körper frische, sauerstoffreiche Luft zuzuführen und verbrauchte, mit CO2 angereicherte Luft abzuleiten. Mediziner bezeichnen dies als Gasaustausch. Wenn wir gesund sind und uns körperlich nicht besonders anstrengen, nimmt die eingeatmete Luft im menschlichen Atemsystem in der Regel den Weg über die Nase.

Hier wird sie effektiv erwärmt, befeuchtet und gereinigt. Ist die Nase – beispielsweise im Rahmen einer Erkältung – verstopft, strömt die Luft häufig über den Mund ein. Schlafprobleme oder ein trockener Rachen können die Folge einer andauernden Mundatmung sein. Durch die trockene Schleimhaut haben es Krankheitserreger in der Folge leichter, sich im Körper anzusiedeln und eine erneute Infektion auszulösen.

Atmungssystem: Frau atmet frische Luft ein

So reinigt sich unser Atmungssystem selbst

Damit die mit der Luft eingeatmeten Fremdkörper und Krankheitserreger dem Atemsystem nicht schaden, verfügt der Körper über ausgeklügelte Selbstreinigungsmechanismen. Die wichtigste Rolle hierbei spielt das sogenannte Flimmerepithel – eine spezialisierte Schleimhaut, die nahezu den gesamten Atemtrakt (außer Rachen, Kehldeckel und Stimmbänder) auskleidet. Das Flimmerepithel …

  • … erzeugt Schleim, an welchem eingedrungene Fremdkörper haften bleiben.
  • … besitzt zahlreiche Flimmerhärchen (Zilien), die in das Atemsystem hineinragen und anfallenden Schleim stetig in Richtung Rachen transportieren.

Gelangt der mit Fremdkörpern versetzte Schleim im Rachen an, kann er geschluckt und von der Magensäure unschädlich gemacht werden. Diese physiologische Reinigung des Atemsystems bezeichnen Mediziner als „mukoziliäre Clearance“.ii Ein versehentlich in die Luftröhre gelangter Krümel überfordert allerdings die Flimmerhärchen; genauso, wie Schleim, der im Rahmen einer Erkältung produziert wird. In diesen Situationen muss die Reinigung der Atemwege anders erfolgen– und hier kommt der Husten ins Spiel.

Die Rezeptoren schlagen Alarm: Wie Husten entsteht

Husten kann sehr quälend sein, besonders wenn er nachts auftritt und den dringend benötigten Schlaf raubt. Dennoch ist der Hustenreflex ein unverzichtbarer Schutz für das Atmungssystem. Er reinigt die Atemwege dann, wenn das Flimmerepithel nicht ausreicht und beispielsweise mit großen Mengen an virenhaltigem Sekret kämpft. Doch wie kommt es eigentlich zum Hustenstoß? Diese Schritte sind entscheidend:

  1. Spezialisierte Zellen (Hustenrezeptoren) auf der Schleimhaut der Atemwege werden gereizt. Dies kann beispielsweise durch Berührung, Schleimansammlungen, Entzündungsreize oder Zigarettenrauch erfolgen.
  2. Die Rezeptoren melden den Impuls über Nervenbahnen in das verlängerte Mark des Gehirns (Hustenzentrum).
    Das Hustenzentrum reagiert mit Nervenimpulsen an die Atemmuskulatur und den Kehlkopf, der sich daraufhin verschließt.
  3. Die Atemmuskeln ziehen sich zusammen. Hat sich ein ausreichend hoher Druck aufgebaut, wird die Luft explosionsartig mit bis zu 160 Kilometer in der Stunde ausgestoßen.iii

Durch einen Hustenstoß kann ein eingedrungener Fremdkörper oder auch virenhaltiger Schleim effektiv aus dem Atmungssystem befördert werden. Daher ist Husten ein eigentlich sinnvoller Schutzmechanismus, der nicht zwangsläufig unterdrückt werden muss.

Zur Therapie eines trockenen Reizhustens haben sich Hustenmittel auf pflanzlicher Basis wie der Phytohustil®-Hustenreizstiller Sirup oder die Phytohustil®-Hustenreizstiller Pastillen bewährt. Sie machen dem lästigen Hustenreiz ein Ende und eignen sich auch für die Behandlung bei Kindern.

iLungenärzte im Netz: Die Schleimhaut der Atemwege. URL: https://www.lungenaerzte-im-netz.de/unsere-atemwege/aufbau/die-schleimhaut-der-atemwege/ (13.02.18).
iiPharmazeutische Zeitung online: Husten. Orkan in den Atemwegen. URL: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=31409 (13.02.18).
iiiGöhring, Hannelore: Physiotherapie in der inneren Medizin, n.b. 2004, S. 62.

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